Was ist der “Code of Practice” des EU AI Act?
Ab dem 2. August 2025 tritt ein zentraler Bestandteil des EU AI Act in Kraft – der freiwillige Code of Practice für sogenannte General Purpose AI (GPAI), also generative KI-Systeme wie ChatGPT, Bard oder Claude. Anbieter dieser Systeme sollen damit mehr Verantwortung übernehmen und Risiken transparenter machen.
Zwar ist der Code zunächst freiwillig, doch er gilt als Vorstufe für verpflichtende Standards und Strafen, die ab 2026 folgen könnten. Die EU will damit nicht nur mehr Sicherheit und Transparenz schaffen, sondern auch Innovation in geordnete Bahnen lenken.
Wer ist betroffen?
Der Code richtet sich an große KI-Anbieter, etwa:
- OpenAI
- Google DeepMind
- Anthropic
- Mistral AI
- …und andere Unternehmen, die Foundation-Modelle oder generative KI-Tools anbieten.
Diese Firmen werden aufgefordert, sich freiwillig an den Code zu halten – was aber bereits jetzt Signalwirkung auf andere Unternehmen und Startups in der Branche hat.
Was steht drin?
Die wichtigsten Verpflichtungen im Überblick:
- Risikobewertung: Anbieter müssen systematisch analysieren, welche Risiken ihre Modelle mit sich bringen – etwa Fehlinformation, Diskriminierung oder Manipulation.
- Transparenzpflichten: Offenlegung, wie Modelle trainiert wurden, welche Daten verwendet wurden und welche Limits bestehen.
- Kennzeichnungspflicht: Inhalte, die mit KI generiert wurden, sollen klar als solche erkennbar sein.
- Urheberrechtsschutz: Prüfung, ob Inhalte gegen Rechte Dritter verstoßen.
- Sicherheitsvorkehrungen: Notfallmaßnahmen und Einschränkungen für Hochrisiko-Anwendungen.
Warum ist das wichtig?
Die EU will ein Gleichgewicht schaffen: Innovation fördern, aber Risiken minimieren. Während in den USA der Markt dominiert, setzt Europa auf klare Regeln. Der Code zeigt, wie eine ethisch fundierte, aber marktoffene Regulierung funktionieren kann – und ist damit Vorbild für andere Regionen.
Besonders für Unternehmen, die KI in ihre Produkte integrieren, bietet der Code Orientierung: Was wird erwartet? Welche Standards gelten künftig?
Was bedeutet das für Verbraucher:innen?
Langfristig mehr Verbraucherschutz und Transparenz:
- Inhalte, die mit KI erstellt wurden, müssen erkennbar sein.
- Unternehmen müssen ihre Systeme besser absichern.
- Nutzer sollen wissen, was sie erwartet – und was nicht.
Zugleich wird ein neuer Maßstab für “vertrauenswürdige KI” gesetzt: Nur wer offenlegt, schützt und verantwortungsvoll handelt, kann langfristig am Markt bestehen.


